Waldschutz
Förster geben Borkenkäferalarm: Zweithöchste Warnstufe im Mai 2019

Schadbild Borkenkäfer

Ausgangspunkt der aktuellen Situation war der letzte Sommer, der extrem trocken und warm war. Diese Kombination hat zu einer Massenvermehrung der Fichten-Borkenkäfer geführt und zudem massive Trockenschäden in unseren Wäldern verursacht.

Aufgrund der aktuellen Temperaturen wird der Borkenkäfer nun aus seinem Winterschlaf erwachen. In den wärmebegünstigten Lagen, d. h. in niedrigeren Höhenlagen und Südlagen, erwarten wir in den nächsten Tagen den ersten Schwarmflug. Zeitverzögert wird es in den kälteren Lagen losgehen.
Die aktuelle Borkenkäfersituation kann jederzeit im Internet abgerufen werden. In der Bayernkarte ragt Oberfranken heraus und ist schon jetzt ein bayerisches Schwerpunktgebiet für den Borkenkäferbefall.

Borkenkäfer-Infoportal - Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft Externer Link

Trockenheit und geschwächte Waldbäume
Nach dem letzten Sommer war der Herbst nicht, wie gehofft, regenreich und nass. Die Wasservorräte im Boden füllten sich daher leider noch nicht wieder vollständig auf. Die Bäume starten also ohne große Erholung und stark geschwächt in das Frühjahr. Die aktuelle warm-trockene Witterung der letzten Tage lässt zudem Schlimmes erahnen. Die Vorzeichen sind also denkbar ungünstig. Dazu kommt: Im letzten Jahr konnten sich drei Borkenkäfergenerationen voll entwickeln. Die Ausgangspopulationen an rindenbrütenden Insekten sind sehr hoch.

Was ist zu tun? - Nach Bohrmehl suchen

BorkenkäferZoombild vorhanden

Foto: F. Maier, AELF Weilheim

Der Befall ist anhand des braunen Bohrmehls, das sich am Stammfuß und den Wurzelanläufen der Bäume sowie hinter den Rindenschuppen sammelt, erkennbar.
Die Waldbesitzer müssen nun ihre Waldbestände regelmäßig und bei geeigneter Witterung auf Neubefall kontrollieren.
Dazu sind die Waldbesitzer auch gesetzlich verpflichtet.

Dieser erste Befall muss gefunden werden und die befallenen Bäume müssen sofort dem Wald entnommen werden.

  • Von der Eiablage bis zum Ausflug der Jungkäfer bleiben etwa sechs bis acht Wochen. Diese erste Generation zu erwischen, ist extrem wichtig.
  • Das entnommene Holz muss entweder mitsamt der Brut entrindet oder aus dem Wald gebracht werden.
  • Hier muss ein Abstand von 500 Metern zum nächsten Wald eingehalten werden.
  • Wo eine rasche Abfuhr nicht möglich ist, muss das Holz chemisch mit einem zugelassenen Insektizid behandelt werden. Dabei sind die einschlägigen Vorschriften zu beachten.
  • Äste und Kronenteile sollten gehäckselt werden. Das Verbrennen des Giebel- und Reisigmaterials kommt aus Gründen der aktuellen hohen Waldbrandgefahr nicht in Frage.
Weitere Informationen
Die Revierförster/innen an den Forstrevieren beraten Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer zu Themen wie Waldpflege, Aufforstung, staatliche Fördermöglichkeiten und standortgerechten Baumarten - und zu den Borkenkäfern.