Fitnessprogramm für den Frankenwald
Initiative Zukunftswald Bayern am AELF Kulmbach

Mischwald mit Naturverjüngung

Klimafitter Mischwald

In den Jahren 2018 und 2019 waren die Sommer im nördlichen Franken sehr trocken und extrem heiß. Diese Jahrhundertsommer haben den Menschen in unserer Region sehr deutlich vor Augen geführt, dass die Wälder vom laufenden Klimawandel in ganz besonderer Weise betroffen sind. Viele Fichtenwälder in den Landkreisen Kulmbach und Kronach leiden unter Trockenheit und Borkenkäferbefall und sterben teilweise auch schon flächig ab. Kein anderer Wirtschaftszweig ist von den sich verändernden Umweltbedingungen so abhängig wie die Forstwirtschaft.

Die Wälder in den Landkreisen Kulmbach und Kronach erfüllen vielfältige und unverzichtbare Funktionen, die von überragender Bedeutung für uns Menschen sind. Unsere Wälder regulieren den Wasserhaushalt und sichern unsere Trinkwasserversorgung, schützen vor Erosion, wirken ausgleichend auf unser lokales Klima und reinigen die Luft. Der Wald bindet aber auch Kohlendioxid und trägt dadurch zur Verminderung des sogenannten Treibhauseffektes bei.

Die Bayerische Staatsregierung hat diese Herausforderung erkannt und daher die Initiative Zukunftswald Bayern (IZW) ins Leben gerufen. Die Initiative ist ein wesentlicher Bestandteil des Bayerischen Klimaschutzprogramms 2050 sowie maßgeblicher Baustein der Waldumbauoffensive 2030.

Die Initiative Zukunftswald in Bayern will Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer dabei unterstützen, die eigenen Wälder klimafit zu machen. Dazu haben wir mehrere Projekte auf den Weg gebracht.

Die Beschreibung der einzelnen Projekte finden Sie in den folgenden Artikeln.

Projekt 1: Klima-Arboreten – Zukunftsbäume bei uns

Forstministerin Michaela Kaniber (r.) pflanzt mit der siebenjährigen Amely Löffler einen Baum. (Foto: Judith Schmidhuber/StMELF)

Ministerin Kaniber pflanzt den ersten Baum des neuen Arboretums

Je ungewisser die Zukunft ist, desto mehr müssen wir auf verschiedene Optionen setzen. Ganz nach dem Credo: "Wer streut, der rutscht nicht!"

Erfahrungen mit alternativen, klimaresistenten Baumarten gibt es bei uns bisher nur im geringen Umfang. Es ist daher notwendig, diese Baumarten zu testen und das bisher angesammelte Wissen aufzubereiten und zur Verfügung zu stellen. Im Stadtwald Kulmbach und im Wald des Marktes Tettau werden wir Bäume aus dem Mittelmeergebiet und aus Nordamerika anpflanzen, damit man sich auch bei uns einen Eindruck von diesen Baumarten machen kann. Diese Sammlungen von einheimischen und fremdländischen Holzgewächsen zu Studienzwecken – so genannte Arboreten - werden öffentlich zugänglich sein und viele Informationen bereithalten.

Fundierte Ergebnisse und Anbauempfehlungen für Waldbesitzer werden uns aber erst in einigen Jahren vorliegen. Gleichwohl kann man sich jetzt schon einmal mit diesen neuen Baumarten vertraut machen und vielleicht bei der einen oder anderen Anpflanzung ein paar Exoten beteiligen. Bitte gehen Sie aber auf ihren jeweiligen Revierleiter oder jeweilige Revierleiterin zu und lassen sich beraten.

Projekt 2: Eine Zukunft für die fränkische Linie

Blick von Stadtsteinach auf die Kahlflächen der fränkischen Linie

Blick von Stadtsteinach auf die Kahlflächen der fränkischen Linie

Die Ausgangslage ist schwierig: Trockenheit und Borkenkäferbefall führten in den letzten Jahren zu erheblichen Waldschäden entlang der sogenannten Fränkischen Linie.

Die Ausgangssituation entlang der Fränkischen Linie ist mehr als ungünstig: Steillagen – häufig sogar Schutzwald – und eine oftmals unzureichende Erschließung mit Wegen erschweren die Arbeit. Dazu kommt, dass die Flurstücke ungünstig ausgeformt sind und eine starke Sonneneinstrahlung an den südwestexponierten Hängen das Überleben von kleinen Waldbäumen erschwert. Auch die teilweise überhöhten Schalenwildbestände verhindern vielfach eine ausreichende und angepasste Wiederbewaldung.

Das Projekt sieht vor, entlang der fränkischen Linie alle Schadflächen systematisch zu erfassen, zu kategorisieren und in Abhängigkeit von der Ausgangslage Schwerpunkte zu bilden. Passgenaue Lösungskonzepte für die jeweiligen Schadflächentypen werden erarbeitet und den Waldbesitzern vorgestellt. Klimaangepasste und stabile Wälder sollen hier entstehen.

Projekt 3: Unser Wald – unsere Zukunft. Mitreden und mitmachen erwünscht!

Schüler erforschen den Wald

Schüler erforschen den Wald

Die erste Veranstaltung findet gemeinsam mit dem Klimabündnis Kronach am 25.02.2020 um 19:00 Uhr in der ehemaligen Synagoge in Kronach statt: Eine Podiumsdiskussion mit Impulsvortrag durch Herrn Dr. Schmidt zum Thema "Wälder und Holz für die Zukunft im Frankenwald".

Anschließen werden sich Projekte und Seminare in den Gymnasien Kronach und Kulmbach in Kooperation mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Dabei werden die Teilnehmer vor Ort im Wald Untersuchungen, Kartierungen, Probenentnahmen durchführen sowie den Kontakt zu betroffenen Anliegern und Waldbesitzern suchen. Die Schüler bekommen die Chance mit Experten den Wald in natura zu erforschen und Einblick in Forschungsansätze und -methoden aus Bereichen wie Klimatologie, Geomorphologie, Hydrologie, Botanik etc. zu bekommen. Zudem stellt das Amt für die Seminararbeiten seine Datenbanken zur Verfügung sowie Kontakte zur Universität Bayreuth her.

Ein Ziel dieses Projektes ist es, den Schülern durch das Seminar die große Bedeutung des Frankenwaldes für das Ökosystem aber auch für unsere Gesellschaft bewußt zu machen. Sie begreifen die Sensibilität und die Fragilität dieses Gefüges und werden im Idealfall zu "Botschaftern" des Waldes der Zukunft.

Projekt 4: Waldumbaupfad im Umfeld des Freizeit und Tourismuszentrums Frankenwald

Besucher erkunden einen Lehrpfad

Besucher erkunden einen Lehrpfad

In der Rennsteigregion im nördlichen Landkreis Kronach überwiegen großflächige Fichtenwälder, wie es sie in Bayern in dieser Ausdehnung kaum mehr gibt. Das kühl-gemäßigte Klima verschonte die Fichtenwälder bisher vor größeren Problemen. Umso schwerer schlagen nunmehr die Witterungsextreme der letzten Jahre durch. Viele Rennsteigwanderer durchqueren diese fichtenreiche Region und sehen die Auswirkungen des Klimawandels in Bayern und Thüringen hautnah.

Steinbach a.Wald entwickelt sich immer mehr zu einem attraktivem Erholungsort und ist die einzige bayerische Gemeinde, durch deren Ortslage der sagenumwobene Fernwanderweg Rennsteig verläuft. Etwa 10.000 Wanderer begehen den Rennsteig jährlich und übernachten auch vielfach in der Region.

Mit der Neugestaltung und dem Ausbau des äußerst attraktiven Freizeit- und Tourismuszentrums (FTZ) wird den naturinteressierten Besuchern ein einzigartiger Anziehungs- und Informationspunkt im Frankenwald geboten.

Auf Initiative des Bürgermeisters wird im direkten Umfeld des FTZ nun im Rahmen der IZW ein Waldumbaupfad aufgebaut, der die Wald- und Forstgeschichte in dieser Region beleuchtet, die aktuellen Herausforderungen anspricht und Lösungswege aufzeigt. Das Projekt wird von der Gemeinde Steinbach a.Wald und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kulmbach gemeinsam geplant.

Die Initiative Zukunftswald in Bayern

Logo Initiative Zukunftswald Bayern
Die Initiative Zukunftswald in Bayern will Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer dabei unterstützen, die eigenen Wälder klimafit zu machen. Dazu hat das Staatsministerium einige Projekte auf den Weg gebracht.

Initiative Zukunftswald Bayern - Staatsministerium Externer Link