Forstliche Förderung 2020
Erhöhter Zuschuss für Borkenkäferbekämpfung

Entrindungsmaschine

Eine Entrindungsmaschine entrindet Fichtenstammholz

Die insgesamt zu geringen Niederschläge und die hohen Temperaturen der letzten beiden Jahre haben in unserer Region zu einer bis dato unbekannten Borkenkäferkatastrophe geführt.
Nutzen Sie nun die Zeit zum Auffinden und Aufarbeiten des befallenen Holzes, damit sich der Borkenkäfer nicht weiter ausbreitet und weitere Schäden anrichtet.

Suchen Sie gezielt bei grünen Bäumen, insbesondere im Umfeld alter Käferbäume und an exponierten Lagen, nach Einbohrlöchern und abgeplatzter Rinde. Um ein erneutes Ausfliegen der Altkäfer und der Jungkäfer zu verhindern, ist der schnelle Einschlag und Abtransport des befallenen Holzes unerlässlich!

Förderung der Bekämpfungsmaßnahmen

Die staatlichen Hilfen für die insektizidfreie Borkenkäferbekämpfung wurden Mitte Februar 2020 noch einmal ausgeweitet. Gefördert wird die Entrindung von Schadholz, die waldschutzwirksame Aufarbeitung von Waldrestholz, die Zwischenlagerung von Schadholz auf einem anerkannten Lagerplatz und die Vorbereitung der Schadholzaufarbeitung. Die Vorbeugung und Bekämpfung müssen das gesamte Schadholz betreffen (also den kompletten Baum, Stammholz und Gipfelholz). Der Einsatz von Insektiziden ist nicht förderfähig. Zudem wird die WBV von uns finanziell unterstützt, um den organisatorischen Mehraufwand schultern zu können (z. B. bei Sammelanträgen).

Schutzwald im Steilhang
Erhöhte Förderung für die insektizidfreie Bekämpfung von Borkenkäfern in Steillagen
Im Schutzwald oder in einer Entfernung von maximal 500 m zu einem Schutzwald gelten erhöhte Förderbedingungen. Genauere Informationen erhalten Sie hier.

Erhöhte Förderung für die insektizidfreie Bekämpfung von Borkenkäfern in Steillagen

Förderbare Maßnahmen

Vorbereitung der insektizidfreien Schadholzaufarbeitung

  • Gefördert wird auch die waldschutzwirksame Aufarbeitung von Stammholz, welches unmittelbar ins Sägewerk verbracht wird, wenn das Waldrestholz waldschutzwirksam insektizidfrei behandelt wird.
  • Die Förderhöhe beträgt 5 €/fm . Gefördert wird nur die insektizidfreie Bekämpfung.

Entrindung von Stammholz

  • Wird befallenes und fängische Holz waldschutzwirksam maschinell entrindet oder gestreift, so erhält man eine Förderung von 10 €/fm.
    Wird das Schadholz manuell entrindet oder gestreift, so erhält man eine Förderung von 20 €/fm.
  • Die Käfer (z. B. Larven, Puppen oder Jungkäfer) dürfen noch nicht ausgeflogen sein.

Verbringung von Stammholz aus dem Wald

  • Besteht die Möglichkeit, Schadholz mind. 500 m vom nächsten Nadelwald entfernt auf ein Zwischenlager zu verbringen, so werden diese Mengen mit 12 €/fm gefördert.
  • Als Nachweis dienen die Holzlisten.
  • Der Lagerplatz muss vom Revierleiter anerkannt sein.

Aufarbeitung Waldrestholz (Kronen und Äste)

  • Gefördert wird die waldschutzwirksame Aufarbeitung des auf der Schadfläche angefallenen und nicht zur Vermarktung vorgesehenen Waldrestholzes, (z. B. Kronen, Astholz, Stammabschnitte) durch Häckseln, Mulchen, Verbrennen oder Zerkleinern mit der Motorsäge.
  • Hackgut oder Brennholz darf nicht anderweitig verkauft werden. Eigenverbrauch ist möglich.
  • Waldrestholz mit bereits ausgeflogenen Käfern oder die Aufarbeitung von Totholz, das nicht mehr fängisch ist, werden nicht gefördert.
  • Die Förderung für Häckseln und Zerkleinern beträgt 15 €/fm. Die Schüttgutmasse kann über die angefallene Stammholzmenge hergeleitet werden. Es wird von einer Schüttgutmenge in Höhe von 20% des angefallenen Stammholzes ausgegangen.
    Die Bearbeitung von Waldrestholz durch Mulchen wird mit 10 €/fm gefördert, ebenso wie die Eigennutzung durch Brennholz, wenn die Aufarbeitung waldschutzwirksam ist.

Bagatellgrenze – Sammelanträge

  • Es gilt eine Bagatellgrenze von 500 €. Es müssen also je nach Maßnahme jeweils eine gewisse Mindestmenge an Schadholz waldschutzwirksam aufgearbeitet werden.
  • Wird die Bagatellgrenze nicht erreicht, ist eine Förderung nur über einen Sammelantrag der WBV möglich.
  • Bei Sammelanträgen über die WBV ist eine unterschriebene Beteiligtenerklärung notwendig.
  • Zur Erreichung der Bagatellgrenze kann auch eine Zusammenfassung der einzelnen Maßnahmen erfolgen.

Befristung

  • Es gelten enge Aufarbeitungsfristen von der Anmeldung bis zur Fertigstellung der Maßnahme.
  • Holz, welches nicht mehr fängisch ist, oder der Käfer bereits vollständig ausgeflogen ist, ist nicht förderfähig.

Beispiel

100 fm Schadholz wird entrindet und das Waldrestholz gehackt und ohne Verwertung in den Wald geblasen.
FördergrundHolzmenge in fmFördersatz in €/fmFördersumme in €
Entrinden100101000
Hacken Waldrestholz (20% der Stammholzmasse)2015300

Zuschlag bei Pflanzungen

Eine Jugendliche pflanzt eine kleine Tannenkontainerpflanze in den Waldboden

Pflanzung von Tannen

Ist ein erhöhter Aufwand bei der Pflanzung durch Flächenräumung (i.d.R. Käferbefall) notwendig, wird zusätzlich ein Zuschlag von 12,5 Cent je Pflanze gewährt - sofern eine Förderung in Anspruch genommen wird.
Sollten Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich bitte an die zuständigen Revierleiter/-innen oder an die Geschäftsführer der WBV (z. B. bei Sammelanträgen).