Forstliche Förderung
Erhöhter Zuschuss für Borkenkäferbekämpfung

Entrindungsmaschine

Eine Entrindungsmaschine entrindet Fichtenstammholz

Die insgesamt zu geringen Niederschläge und die hohen Temperaturen führen aktuell zu einer weiteren Verschärfung der Borkenkäfersituation.
Nutzen Sie nun die Zeit zum Auffinden und Aufarbeiten des befallenen Holzes, damit sich der Borkenkäfer nicht weiter ausbreitet und erhebliche finanzielle Schäden verursacht.

Suchen Sie gezielt bei grünen Bäumen, insbesondere im Umfeld alter Käferbäume und an exponierten Lagen, nach Einbohrlöchern und braunem Bohrmehl am Stammfuß. Um ein erneutes Ausfliegen der Altkäfer und der Jungkäfer zu verhindern, ist der unverzügliche Einschlag und Abtransport des befallenen Holzes unerlässlich!

Förderung der Bekämpfungsmaßnahmen

Die staatlichen Hilfen für die insektizidfreie Borkenkäferbekämpfung wurden am 01.07.2019 ausgeweitet. Gefördert wird die Entrindung von Schadholz, die Beseitigung von bruttauglichem Waldrestholz und das Verbringen vom Schadholz auf einen anerkannten Lagerplatz. Zudem wird die WBV von uns finanziell unterstützt, um den organisatorischen Mehraufwand schultern zu können (z. B. bei Sammelanträgen).
Grundfördersatz
Der Grundfördersatz für die sog. „Vorbereitung der insektizidfreien Borkenkäferbekämpfung“ beträgt 5 €/fm. Diesen Grundfördersatz erhält man jedoch nur, wenn man eine oder mehrere der nachfolgend aufgeführten Maßnahmen (Ziffern 1 bis 3) ausführt. Bei einem direkten Verkauf des gesamten Holzes (z. B. Sägeholz an ein Sägewerk; Hackschnitzel an ein Heizanlage) gibt es diesen Grundfördersatz nicht.

Die Förderung kann auf bis zu 12 €/fm betragen (vgl. Beispielsrechnung unten).

Förderbare Maßnahmen

Entrindung von Stammholz

  • Wird befallenes und fängische Holz waldschutzwirksam entrindet, so erhält man eine Förderung von 5 €/fm.
  • Die Käfer (z. B. Larven, Puppen oder Jungkäfer) dürfen noch nicht ausgeflogen sein.

Verbringung von Stammholz aus dem Wald

  • Besteht die Möglichkeit, Stammholz mind. 500 m vom nächsten Nadelwald entfernt auf ein Zwischenlager zu verbringen, so werden diese Mengen mit 5 €/fm gefördert.
  • Als Nachweis dienen die Holzlisten.
  • Der Lagerplatz muss vom Revierleiter anerkannt sein.

Aufarbeitung Waldrestholz (Kronen und Äste)

  • Gefördert wird die waldschutzwirksame Aufarbeitung des auf der Schadfläche angefallenen und nicht zur Vermarktung vorgesehenen, befallenen und fängischen Waldrestholzes, (z. B. Kronen, Astholz, Stammabschnitte) durch Häckseln, Verbrennen oder andere geeignete Maßnahmen.
  • Hackgut oder Brennholz darf nicht anderweitig verkauft werden. Eigenverbrauch ist möglich. Auf eine geeignete Lagerung des Holzes ist zu achten (z. B. vollständige Abdeckung mit einer schwarzen Plane, damit die Käfer absterben).
  • Waldrestholz mit bereits ausgeflogenen Käfern oder die Aufarbeitung von Totholz, das nicht mehr fängisch ist, werden nicht gefördert.
  • Die Förderung beträgt 5 €/fm Schüttgut. Die Schüttgutmasse kann über die angefallene Stammholzmenge hergeleitet werden. Es wird von einer Schüttgutmenge in Höhe von 20% des angefallenen Stammholzes ausgegangen.

Bagatellgrenze – Sammelanträge

  • Es gilt eine Bagatellgrenze von 250 €. Es müssen insgesamt mindestens 25 fm Borkenkäferholz (Stammholz und/oder Restholz) waldschutzwirksam aufgearbeitet werden. Dabei entsprechen 3 Schüttraummeter Hackschnitzel bzw. 1,4 Ster Brennholz einem Festmeter."
  • Wird die Bagatellgrenze nicht erreicht, ist eine Förderung nur über einen Sammelantrag der WBV möglich.
  • Bei Sammelanträgen über die WBV ist eine unterschriebene Beteiligtenerklärung notwendig.
  • Zur Erreichung der Bagatellgrenze kann auch eine Zusammenfassung der Maßnahmen „Entrindung – Aufarbeitung Waldrestholz – Verbringung aus dem Wald“ erfolgen.

Befristung

  • Es gelten enge Aufarbeitungsfristen von der Anmeldung bis zur Fertigstellung der Maßnahme.
  • Altlasten aus der Frühjahrsaufarbeitung können nicht mehr nachträglich gefördert werden.
  • Die Förderung ist vorerst auf das Jahr 2019 begrenzt.

Beispiel

100 fm Schadholz wird entrindet und das Waldrestholz gehackt und ohne Verwertung in den Wald geblasen.
FördergrundHolzmenge in fmFördersatz in €/fmFördersumme in €
Entrinden1005500
Hacken Waldrestholz (20% der Stammholzmasse)205100
Grundfördersatz (Waldrestholz + entrindetes Holz)1205600 €
Es ergibt sich somit eine Gesamtfördersumme von 1200 €, also 12 €/fm.

Zuschlag bei Pflanzungen

Eine Jugendliche pflanzt eine kleine Tannenkontainerpflanze in den Waldboden

Pflanzung von Tannen

Ist ein erhöhter Aufwand bei der Pflanzung durch Flächenräumung (i.d.R. Käferbefall) notwendig, wird zusätzlich ein Zuschlag von 7 Cent je Pflanze gewährt - sofern eine Förderung in Anspruch genommen wird.
Sollten Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich bitte an die zuständigen Revierleiter/-innen oder an die Geschäftsführer der WBV (z. B. bei Sammelanträgen).