Erzeugung gestalten – Arten erhalten
Biodiversität in den Landkreisen Kulmbach und Kronach

Wabenförmig angeordnete Bilder und Schriftzug "Produktion gestalten, Arten erhalten"

Biodiversität steht für die Vielfalt des Lebens auf unserer Erde. Im Ökosystem sind Mensch, Tier, Pflanze und Landschaft miteinander verwoben. Wer diese Vielfalt schützt, sorgt für eine intakte Umwelt, mehr Lebensraum für Insekten und damit auch für Lebensqualität und Wohlergehen aller.

Unser Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten unterstützt Landwirte, eine nachhaltige Bewirtschaftung umzusetzen. Förderprogramme werden stärker auf Biodiversität ausgerichtet, der Trend zur Regionalität wird gestärkt.

Aktuelles

Umweltbildung - Kinder entdecken die Wunder der Natur

Vier Kinder beugen sich über BienenwabeZoombild vorhanden

Kinder entdecken Bienenwaben

Kulmbacher Hortkinder gingen im Sommer 2019 im Landschaftsschutzgebiet Kessel unter fachkundiger Anleitung auf Entdeckungstour. An vier Stationen konnten die Erst- bis Viertklässler die Wunder der Natur regelrecht entdecken und ergreifen. Spannendes erfuhr die Hortgruppe "Rappelkiste" über die Bienen und besichtigte auch den Bienenstock aus sicherer Entfernung. Mit Materialien wie Putzlappen, Babyflasche und Schraubenzieher errieten die Kinder die Alltagsaufgaben der Bienen.
Die Kinder lasen außerdem die Spuren von Wildtieren und entdeckten beim Naturmemory, welche Pflanzen auf einer Blühfläche wachsen, die ein Landwirt am Feldrand angelegt hatte. Dazu bekamen sie Pflanzen und Blätter ausgeteilt und es galt, diese in der Fläche wiederzufinden.
Auf einer Streuobstwiese setzten die Kinder ihren Geschmacks- und Geruchssinn ein, um Apfelsorten zu erkennen. Während der zweistündigen Entdeckungsreise in der Natur erfuhren die Jungen und Mädchen viel Neues und lernten Lebensräume ihrer Heimat kennen und wertschätzen.
Kinder und ein Erwachsener beugen sich über Plakat auf Tisch

Wildtiere unserer Heimat

Frau und zwei Kinder in Getreidefeld

Welche Getreidesorte ist das?

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kulmbach bietet weitere Entdeckungstouren unter fachkundiger Anleitung auf Anfrage an. Interessierte Schulen melden sich unter:
E-Mail: poststelle@aelf-ku.bayern.de

Schwerpunkte

Acker und Grünland

Landwirtschaftlich genutzte Fläche im Dienstgebiet Landkreis Kulmbach und Kronach 47205 ha, davon sind

  • Ackerland 62 %
  • Grünland 38 %
Verpflichtende Maßnahme: Greening
Dabei muss jeder Landwirt verpflichtende Umweltmaßnahmen einhalten, viele engagieren sich zusätzlich freiwillig für unsere Umwelt.

Greening beinhaltet:

  • die Vielfalt beim Anbau von Kulturen auf Ackerflächen - sogenannte Anbaudiversifizierung
  • den Erhalt von Dauergrünlandflächen, also Wiesen und Weiden, sowie
  • die Bereitstellung ökologischer Vorrangflächen auf fünf Prozent des Ackerlands, im Dienstgebiet also auf 1477 ha, dort zum Beispiel Anbau von Zwischenfrüchten, Stilllegungsflächen, Terrassen, Pufferstreifen, Hecken, Feldgehölze oder Baumreihen
Zwischenfrucht

Zwischenfrucht

Leguminose mit langer Wurzel

Leguminose

Ökologisch und extensiv bewirtschaftete Flächen

Ökologisch bewirtschaftet wurden im Landkreis Kulmbach und Kronach 2020 rund 17,8 % der Flächen (12 % der Betriebe), die Tendenz ist steigend. Aber auch konventionelle Landwirte verzichten auf ihren Flächen teilweise auf einen Mineraldünger- und Pflanzenschutzeinsatz. Somit werden insgesamt ca. 35 % der Flächen im Dienstgebiet extensiv bewirtschaftet.
BlühflächeZoombild vorhanden

Blühfläche

Freiwillige Maßnahmen durch das Agrarumweltprogramm
78 % Prozent unserer Landwirte im Dienstgebiet leisten über freiwillige Maßnahmen einen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität, beispielsweise im Rahmen des Bayerischen Kulturlandschaftsprogrammes (KULAP) oder des Vertragsnaturschutzprogrammes (VNP). Zu den KULAP-Maßnahmen gehören z.B. die Bereitstellung von Blühflächen und artenreiches und extensives Grünland. Außerdem auch die vielfältige Fruchtfolge mit Eiweißpflanzen, die extensive Grünlandnutzung oder die Bewirtschaftung des Betriebes nach den Kriterien des Ökolandbaus.

Artenreiches Grünland in den Landkreisen Kulmbach und Kronach

Artenreiche Blumenwiese (Foto: Bernhard Reiser)Zoombild vorhanden

Artenreiches Grünland

Grünland ist wichtig für den Schutz von Grundwasser und Boden. Es dient gleichzeitig als Lebensraum für Pflanzen und Insekten. Rund 45 % im Landkreis Kronach und rund 30 % im Landkreis Kulmbach der landwirtschaftlichen Fläche werden als Grünland genutzt. Damit tragen die Landwirte zum Erhalt der Artenvielfalt bei.
Vielfältige Lebensräume
Rund 540 Hektar Wiesen werden entlang von Waldrändern und in der Feldflur extensiv genutzt, um den Wildtieren einen Lebensraum zur Verfügung zu stellen. Auf diesen Wiesen darf die erste Nutzung im Jahr nicht vor dem 1. Juli durchgeführt werden. Somit sind die Wildtiere während ihrer Brutzeit geschützt.

Blühstreifen auf Ackerflächen - Lebensraum und Nahrungsquelle für Wildtiere

Blühstreifen dienen zum einen als Nektar- und Pollenlieferant für Bienen und andere Blütenbesucher, aber auch als Nahrung, Brut- und Rückzugsräume für viele Wildtiere, wie z.B. das Rebhuhn. Die Vernetzung von Lebensräumen ist ebenfalls eine wichtige Aufgabe solcher Strukturen. Auch Nützlinge, wie der Marienkäfer, die für den Pflanzenschutz eine bedeutende Rolle spielen, finden hier einen Wohnort.

In unserem Dienstgebiet haben 338 Landwirte zusammen eine Fläche von 710 ha Hektar Blühflächen angelegt.

  • Das sind umgerechnet 960 Fußballfelder, um ein Bild vor Augen zu haben, wie groß die Blühflächen in unserem Dienstgebiet zusammen wären.
  • Vom Jahr 2019 zum Jahr 2020 betrug der Anstieg 42 %
Dabei verwenden die Landwirte ausschließlich Arten, die im ökologischen Kreislauf eine Rolle spielen und heimisch sind.

Gewässerschutz und Erosionsschutz

Gewässer und Erosionsschutz

Unsere Gewässer zu schützen, ist unseren Landwirte ein Anliegen. Immerhin ist die Fläche der Schutzstreifen von 2019 auf 2020 um 14 % gestiegen.
Die Gewässer- und Erosionsschutzstreifen werden extensiv bewirtschaftet. Das bedeutet ohne jeglichen Dünger und ohne Pflanzenschutzmittel. Der dauerhafte Bewuchs verhindert den Eintrag von Nährstoffen und Bodenmaterial in das benachbarte Gewässer und verbessert somit die Wasserqualität für Kieslaicher, wie die Bachforelle und Äsche. Zudem lockern sie auch die Feldflur auf und bieten dem Niederwild zusätzlichen Unterschlupf.
Hätten Sie das gedacht?
Zählt man die Fläche der angelegten Streifen zusammen und betrachtet sie so, als wären sie alle 10 Meter breit, wären die von unseren Landwirten angelegten Grünstreifen 90,1 km lang. Natürlich sind die Schutzstreifen vor Erosion und Eintrag in das Gewässer oft viel breiter.

Erhalt alter Kulturarten

Auf ca. 54 Hektar werden in den Landkreisen Kulmbach und Kronach alte Kulturarten erhalten: Emmer, Einkorn, Hirse, Buchweizen, Öllein, Runkelrübe/Futterrübe und Mohn.

Hecken

Viele Vogelarten und Nützlinge fühlen sich in den Saumstrukturen zuhause. Dort finden sie Deckung und können überwintern. Hecken dienen auch als Verbindung zwischen auseinanderliegenden Lebensräumen von Tieren und Pflanzen und ermöglichen so den genetischen Austausch.

Natura 2000 im Bereich des AELF Kulmbach

Ufer und Bäume spiegeln auf Wasseroberfläche

Im Bereich des AELF Kulmbach sind insgesamt 18 Natura 2000-Gebiete ausgewiesen, neun davon im Landkreis Kulmbach, neun im Landkreis Kronach. Von vier weiteren Gebieten wird der Amtsbereich nur tangiert. Die Gesamtfläche umfasst zirka 3.800 Hektar bei einem Waldanteil von 54 % (überwiegend im Bereich der Bayerischen Staatsforsten).  Mehr